A-Liga News 2025/26
Runde 11
Schachverein Mödling
So sehen Sieger aus … Schlussrunde in der A-Liga – wie üblich eine Großveranstaltung im Schachhaus wo alle Vereine in einem Gebäude spielen.
Das erzeugt zusätzlich Spannung, da man sich live über die Spielstände der anderen Mannschaften erkundigen kann, auf der anderen Seite heißt das auch immer sehr beengte Spielbedingungen. Diesmal war die Ausgangslage spannender als je zuvor. Zwei Runden vor Schluss sprachen wir von zwei Wundern, die unser El Capitan vollbringen musste – wir waren 3 Mannschaftspunktepunkte vom rettenden vorletzten Mannschaftsplatz entfernt. Dazu benötigten wir zwei volle Erfolge und unsere Mitstreiter um den Abstiegsplatz durften nicht voll punkten. Sieht man sich die Tabelle vor der letzten Runde an, so erkennt man, dass ein Wunder bereits eingetreten war – nur noch ein Punkt fehlte uns auf BG16 und zwei auf Favoriten und Hietzing. Kaum hat die A-Liga-Saison begonnen – schon haben wir wieder die letzte Runde. Und selten war es so spannend wie diesmal. Man konnte Zahlen jonglieren wie man wollte, im Endeffekt brauchen wir einen Sieg und dann dürfen Favoriten und BG16 nicht beide gewinnen. Eine spannende Ausgangslage gegen einen spannenden Gegner → Ottakring. In der Schlußrunde im Vorjahr konnten wir gegen deren x-te Garnitur glatt mit 7,5 : 0,5 gewinnen. Doch in der vergangenen Runde traten sie mit einer Spitzenmannschaft an → Högl auf Brett 4. Es ist wie es ist … gegen Ottakring hat man eben das „Aufstellungsroulette“.



Wir kamen mit der Roten Laterne ins Schachhaus und Ziel war es, sie ebendort zu belassen. Die Aufgabe war keineswegs eine leichte – unser Gegner waren unsere Schachfreunde aus Ottakring, eine Mannschaft, bei der man zuvor nie weiß, ob sie mit einer Bundesliga oder 2. Klasse Mannschaft antreten. Um das mit Zahlen zu verdeutlichen – in der laufenden Meisterschaftssaison haben wir 14 unterschiedliche Spieler in der A-Liga eingesetzt – Ottakring 36. Natürlich ist das verzerrend für den Wettbewerb aber auf der anderen Seite kann man es natürlich auch nicht verhindern. Von unserer Mannschaft trafen alle pünktlich zu diesem Schicksalsspiel im Wiener Prater ein – unser aller El Capitan hat wie immer die Nächte der letzten beiden Wochen damit verbracht, alle Partien unserer Gegner zu analysieren und unsere Aufstellung mit Hilfe seiner „GI“ (GünterIntelligence) optimal auf die schier unendlich vielen Aufstellungsvarianten unserer Gegner abzustimmen. Das Ergebnis dieser eingehenden Analyse war folgende Aufstellung: Vera, Hans, Andi, Silvio, Vera-Marie, Günter, Felix, Eric Alles war angerichtet – jetzt mussten wir liefern. Gleich zu Beginn eine gewisse Erleichterung – unsere Schachfreunde aus Ottakring kamen mit einer durchschnittlichen Mannschaft und das ließ schon mal hoffen. Und es dauerte noch nicht mal 2 Stunden, schon war die erste Entscheidung gefallen. Andi und sein Gegner waren an dem Tag auf kein feines Degengefecht aus – beide hatten eine große Keule mit und ging damit auf den anderen. Nach einem kompromisslosen Taktikscharmützel hatte Andi eine Figur weniger und stellte daher die Kampfhandlungen ein. In den letzten Runden sind immer wir in Führung gegangen – diesmal war es mal anders → 0 : 1. Nach diesem zügigen Start passierte eine Weile nichts – und so konnte man es auch wirklich bezeichnen. Sehr skurril die Partie von Eric auf Brett 8 gegen seine junge Gegnerin aus Ottakring. Eric hatte eine angenehme Stellung aus der Eröffnung heraus – aber mehr auch nicht. Nur irgendwie spielte seine Gegnerin sehr sehr langsam und überschritt im Zug 17 die Zeit. Edna wirkte nach der Partie über das Geschehene sehr verwirrt – und verwirrend war es auch, wenn man betrachtet, dass sie im Regelfall an jedem Wochenende ein Turnier spielt. Sei es wie es sei … Eric hat ausgeglichen – Hurrahhh … 1 : 1!

Nach einer kurzen ergebnisseitigen Pause lag es an unser aller El Capitan, die nächste Partie zu beenden. In einer ausgeglichenen Partie und mit dem Blick auf alle anderen Bretter ging unser El Capitan kein Risiko ein und beendete die Partie friedlich. Es blieb spannend aber die Chance lebte weiter → 1,5 : 1,5! Nur wenig später tat es Vera auf Brett 1 Günter gleich. In einer ausgeglichenen Partie einigte man sich auf einen Friedensschluss → 2 : 2. Ein sehr spannender Zwischenstand nach vier Partien. Es war noch nichts entschieden – in beide Richtungen. Und der weitere Matchverlauf ließ mit Spannung bis zum Schluss rechnen. Noch waren es ein paar Schritte bis zum 2. Wunder – aber es war in Reichweite. Auf Brett 2 spielte der Schreiber dieser Zeilen gegen einen gut vorbereiteten Gegner und kam mit den schwarzen Steinen immer stärker unter Druck. Auf Brett 4 spielte Silvio wie immer eine scharfe Partie – hier war noch alles möglich. Auf Brett 5 war in der Partie von Vera-Marie noch alles offen und auf Brett 6 hatte Felix eine Gewinnstellung gegen seinen jungen Gegner. Da war also noch wirklich alles drinnen … . Und so kam auch nach gut 3 Stunden der Paukenschlag. Felix ließ in seiner Partie nichts mehr anbrennen – er holte sich einen soliden materiellen Vorteil und verwertete diesen sicher. So einfach ist Schach wenn man in Form ist. Wir waren der Sensation einen Schritt nähergekommen → 3 : 2.


Wenn wir schon beim „in Form sein“ sind … Vera-Marie remisierte ihre Partie kurz danach sicher. Und kurz danach die endgültige Entscheidung. Vera-Marie blieb weiterhin ohne Niederlage und wir sind dem Klassenerhalt wieder einen Schritt nähergekommen → 3,5 : 2,5. Und fast zeitgleich – der Paukenschlag. Bisher ist es in dieser Saison nicht so ideal gelaufen für Silvio. Immer wieder toll gespielte Partien die dann doch enttäuschend endeten. Doch diesmal – wo es wichtiger war als in den Partien zuvor war ihm das Glück hold. Ein schwerer Fehler von Sivio’s Gegner im 27.Zug brachte schlussendlich die Entscheidung und dann ließ er auch nichts mehr anbrennen. Die Sensation war Tatsache – Ottakring war besiegt … der Abstieg war verhindert → 4,5 : 3,5.
Nun spielte nur noch der Schreiber dieser Zeilen – schon nach der Eröffnung hatte der Ottakringer einen Vorteil und den baute er geduldig und routiniert aus. Schlussendlich war knapp vor Zug 40 nichts mehr zu retten … eine schöne Partie des Gegners … und eine Niederlage, die schon nicht mehr entscheidend war … → 4,5 : 3,5. Zwei Wunder waren notwendig – zwei Wunder wurden Realität … ein Stück Mödlinger Vereinsgeschichte ist geschrieben. Es war kaum noch möglich, dass wir den Klassenerhalt schaffen würden doch mit zwei Schlussrundensiegen war es sogar noch Rang 10!


Die 1. Klasse Mannschaft beendete die Saison auf dem guten 3. Platz!
Die 2. Klasse Mannschaft schaffte mit nur einer Niederlage den Titel in der 2. Klasse! – Gratulation an alle Beteiligten!!!



Challenge um die Mödlinger Legende 2025/2026 Denjenigen, die schon länger im Schachverein Mödling sind, brauche ich es nicht neu vorzustellen – auch in der Saison 2025/26 werden wir nicht mit der Tradition brechen und die die Top 3 Spieler (jene Spieler, die die meisten Einzelpunkte für unsere Teams erspielen) entsprechend mit einem Legenden-T-Shirt und einem kleinen Geschenk auszeichnen. Die Meisterschaftssaison 2025/2026 ist Geschichte und 29 Spieler absolvierten 206 Partien für unseren Schachverein. Dabei haben wir 111 Punkte erzielt und brachten selbst 1830 Elo-Punkte auf die Elo-Waage – bei unseren Gegnern waren es 1785. Die Einzelwertung um die Legenden 2026 war schon vor der Schlussrunde entschieden – unser Wödmasta hat tolle 11 Punkte aus 19 Partien erzielt – gefolgt von seinem Trainingspartner Harald. In der Schlussrunde spielte sich noch hochverdient Felix mit der stärksten Eloleistung aller unserer Spieler – rd. 2100 – auf den dritten Leiberplatz.
Nr. Name Elo Pkt. Anz EloDS 1 Hrdina Karl 1858 11 18 1782 61% 2 Huber Harald 1894 9,5 18 1803 53% 3 Klausner Felix 1911 7 11 2000 64% 4 Traxler Dominik 1776 7 9 1615 78% 5 Becka Matthias 1845 6,5 11 1674 59% 6 Seitz Eric 1897 6 10 1851 60% 7 Reiter Alexander 1809 6 9 1733 67% 8 Drofenik Stephan 1702 5 9 1561 56% 9 Ruttner Andreas 1927 4,5 10 2047 45% 10 Krejci Vera Marie 1887 4,5 10 1960 45% 11 Rier Günter 1932 4 6 1841 67% 12 Ivanov Martin 1863 4 7 1815 57% 13 Medunova Vera 1959 3,5 11 2106 32% 14 Fritzl Christoph 1834 3,5 4 1694 88% 15 Ebner Johann 1924 3 11 2031 27% 16 Bruhn Peter, Mag 1873 3 7 1854 43% 17 Rauner Rene 1821 3 5 1774 60% 18 Baidetska Oleksandra 1789 3 5 1543 60% 19 Yanchev Teodosii 1543 3 5 1139 60% 20 Wagner Silvio 1962 2 6 1970 33% 21 Schulz Gerhard 1662 2 7 1689 29% 22 Kargl Helmut 800 2 2 1530 100% 23 Sonnbichler Oliver 1843 2 3 1405 67% 24 Eidenberger Otto 1945 2 2 1311 100% 25 Wieser Tizian 1666 1,5 2 1784 75% 26 Digdigi Mustafa 1708 1,5 4 1691 38% 27 Kiriienko Rostyslav 800 0,5 1 1597 50% 28 Hahn Michael 1721 0,5 1 1550 50% 29 Armbruster Roland 1446 0 2 800 0% 111,00 206
Das wars mal wieder mit einer Spielsaison … unglaublich schnell – kaum spielen wir die erste Runde, schon schreibe ich wieder den Schlussbericht. Dieser hat dieses Mal auch ein wenig gedauert – wieso? Erstens wollten wir die Verbandssitzung in Wien abwarten und zweitens wollte ich auch vorab wissen, in welchen Ligen wir nächstes Spieljahr antreten werden. Und hier gleich mehrere tolle Nachrichten: • Es gab im Wiener Verband einen Antrag, dass Heimspiele nur mehr in Wien und nicht mehr im Umland ausgetragen werden dürfen. Das würde uns unser tolles Spiellokal im Gymnasium in der Unteren Bachgasse betreffen. Für uns wäre das eine Schwächung ohne unser „Heimstadion“! Dieser Antrag wurde zum Glück nur von wenigen Vereinen unterstützt und so bleibt alles wie es ist. Es ist schön zu sehen, dass bei unseren Schachfreunden in den anderen Vereinen die Vernunft und die Zusammenarbeit, und nicht der Gedanke, andere Vereine zu schwächen, im Vordergrund steht. • Der dritte Rang in der 1. Klasse erlaubt es uns in die B-Liga aufzusteigen. Gleichzeitig ermöglicht uns der Meistertitel in der 2.Klasse den Aufstieg in die 1. Klasse. Dazu noch der bereits beschriebene Klassenerhalt in der A-Liga → wir werden im nächsten Jahr in der A-Liga, B-Liga und 1.Klasse antreten. • Um die traurige Sommerzeit (ohne Schachliga) zu überstehen, wird in diesem Jahr im Schachverein Mödling eine Trainingsserie ausgetragen. Geplant sind ca. 8 Termine zu unterschiedlichen Themen. Näheres dazu folgt Ende Mai/Anfang Juni. Wenn das mal keine erfolgreiche Saison war!!! Was folgt als nächstes … unser aller El Capitan kann in den nächsten Wochen, zum ersten Mal seit Oktober, wieder entspannt durchschlafen … es folgt die Saison der Einzelturniere. Einige von uns werden wieder in St. Veit in Kärnten in der 2. Juliwoche antreten. Im Sommer wird es wieder einen „Schach-Schnaps-Event“ geben. Und schneller als wir es uns vorstellen können, wird die nächste Saison vor der Tür stehen. Freue mich auf ein Wiedersehen. Bis bald Hans